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Ufouria: The Giant Maze
Retro-Review von Andreas Held (mail) | 02.07.2010
Unter dem Genre "Metroidvania" sind gemeinhin Titel bekannt, in denen ihr in einer nonlinear aufgebauten 2D-Welt umherstreift und dabei kontinuierlich Upgrades für eure Spielfigur findet. Den Namen hat das Genre deshalb, weil es von Metroid begründet wurde und sich die Castlevania-Serie spätestens seit Symphony of the Night ebenfalls sehr stark daran orientiert. Doch natürlich gibt es auch andere Vertreter, die sich das Spielprinzip angesehen haben: Das auf der Xbox 360 erschienene Shadow Complex oder das auf WiiWare portierte Cave Story sind prominente Beispiele. Bereits 1991 versuchte es Sunsoft mit der NES-Perle "Ufouria: The Giant Maze", einem Spiel, das traurigerweise kaum Beachtung fand.

Zu viert verschollen
Komplett ausgeschrieben lautet der Titel übrigens "U-four-ia", was ein etwas unbeholfenes Wortspiel aus dem englischen Wort "Euphoria" und der Zahl vier zu sein scheint. Die vier bezieht sich auf die vier spielbaren Charaktere des Spiels, die zu Beginn in eine unbekannte Welt verschlagen werden und nun den Weg hinaus finden müssen. Zu Beginn steht euch jedoch nur Hebereke zur Verfügung, der in der englischen Version Bop-Louie heißt - man merkt schon, dass Sunsoft vielleicht ein anderes Team mit der englischen Übersetzung hätte beauftragen sollen. Dieser kann wie jeder andere Jump'n'Run-Held rennen und springen. Drückt ihr auf dem Steuerkreuz nach unten, während der Hauptheld in der Luft ist, führt er eine Stampfattacke aus.

Im Spiel habt ihr nun zwei primäre Aufgaben: Zum einen müssen die drei Freunde des Hauptcharakters gefunden werden. Habt ihr sie in einer Art Völkerball-Duell besiegt, stehen sie danach als spielbare Charaktere zur Verfügung. Jeder Charakter hat seine eigenen Fertigkeiten und dementsprechend gibt es Passagen, die nur von einem bestimmten Protagonisten bewältigt werden können. Anschließend geht es darum, die Schlüssel zu sammeln, die ihr zum Verlassen der Spielwelt braucht. Wie es sich gehört, findet ihr natürlich auch Spezialfertigkeiten für die vier Protagonisten, von denen einige zum Abschließen des Spiels benötigt werden, andere jedoch nicht. Für passive Unterstützung sorgen Health-Container, die aus Zelda bekannten Items Karte und Kompass und ein Kristall, über den ihr jederzeit ein Passwort abrufen könnt.

Ufouria bleibt dabei immer fair: Es gibt zwar den ein oder anderen knackigen Endgegner, der Titel ist aber insgesamt deutlich einfacher, als man es von anderen 8-Bit-Titeln gewohnt ist. Die Entwickler haben mehr auf die Erforschung der Spielwelt als tragendes Feature gesetzt, aber auch hier auf abstruse Rätsel oder unüberschaubare Labyrinthe verzichtet. Spieler, die etwas Geduld mitbringen, können das Spiel also problemlos auch ohne eine Komplettlösung aus dem Internet beenden. Trotzdem ist Ufouria für NES-Verhältnisse riesig: Selbst erfahrene Spieler, die die Fundorte aller Items kennen, werden ohne das berüchtigte "Sequence Breaking" immer noch ein paar Stunden mit dem Durchspielen beschäftigt sein. Wer unwissend an den Titel herangeht, braucht natürlich exponentiell länger. Grafik und Sound bewegen sich auf für NES-Verhältnisse solidem Niveau.

Fazit:
Natürlich ist es immer schwer, Leuten ein Spiel schmackhaft zu machen, das über 15 Jahre alt ist und bisher noch nie von ihnen gespielt wurde. Und natürlich ist es fraglich, ob Spieler, die heute zum ersten Mal an den Titel herangehen, genauso begeistert sein werden wie die wenigen Glücklichen, die den Titel in den Jahren nach seinem Release im Original gespielt haben. Wer den Titel kennt, kann jedoch bestätigen, dass sich Ufouria heute wahrscheinlich auf eine Stufe mit NES-Klassikern wie Kid Icarus oder Kirby's Adventure stellen könnte, wenn es kommerziell erfolgreich genug gewesen wäre, um die dazu notwendige Aufmerksamkeit zu bekommen. Deshalb wollen wir den Titel allen, die keinen Nostalgie-Faktor brauchen, um Spaß an einem alten Spiel zu haben, wärmstens empfehlen: Ufouria gehört ohne Zweifel zu der Gruppe der Spiele, die zwar sehr gut sind, aber tragischerweise übersehen wurden. Die Chance, dem Titel nachträglich seine verdiente Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, sollte also nicht ungenutzt bleiben.

Von Andreas Held
WiiX Wertung:



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