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The Voice of Germany
Review von Kamil Witecy (mail) | 26.11.2012
The Voice of Germany
Nintendo Wii und ihr Umfeld bieten offensichtlich einen außergewöhnlich guten Nährboden für neu aufkeimende Party- und Musiktitel, schließlich ist die Liste bereits erschienener Genre-Vertreter entsprechend lang. Mit The Voice of Germany veröffentlichte bitcomposer Games nun vor wenigen Tagen exklusiv für Wii das offizielle Spiel zur gleichnamigen und darüber hinaus auch recht erfolgreichen Musik-Talentshow, deren zweite Staffel aktuell auch wieder im TV zu sehen ist. Damit die Stärken des TV-Formats auch im Videospiel zum Tragen kommen, verspricht der Musik- und Karaoke-Titel schon auf dem Verpackungstext die spannende Studioatmosphäre von der Blind Audition bis hin zum großen Finale ins heimische Wohnzimmer zu transportieren. Ob dies tatsächlich gelingt und wie sich das Spiel im Vergleich zu seinen zahlreichen Konkurrenztiteln schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.

Karaoke bleibt Karaoke
The Voice of Germay entstammt dem englischen Entwicklerstudio Wired Productions – ein Studio mit bereits ausreichender Erfahrung in diesem Genre, schließlich konnten sich die Entwickler bereits mit zahlreichen Ablegern der „We Sing“-Reihe für Wii auszeichnen. Ebenso wie jene Titel kann auch The Voice of Germany entweder einzeln oder aber in einem Bundle mit gleich zwei schwarzen USB-Mikrofonen von Logitech erworben werden. Die Mikros sind übrigens einmal mehr exakt dieselben und somit weiterhin von absolut brauchbarer Qualität. Und auch an dieser Stelle enden die Ähnlichkeiten noch nicht, schließlich sollte eines schon von Beginn an klar sein: Seit den Anfängen der Karaoke-Spiele für die Heimkonsole hat sich am generellen Spielablauf relativ wenig getan. Demensprechend orientiert sich auf The Voice of Germany spielerisch nachwievor an dem von Singstar anno 2004 erfolgreich eingeführten Gesamtkonzept.



Nach der Auswahl eines passenden Songs ist es also die Aufgabe der Spieler mit Hilfe der Mikrofone bekannte Pop- oder Rock-Songs so nachzusingen (die Texte werden passend eingeblendet), dass die am Bildschirm vorgegebene Tonlage und Tonlänge getroffen werden. Am Bildschirm werden diese durch farbige Balken dargestellt. Je besser ihr die angegebenen Töne nachsingt, desto mehr Punkte kassiert ihr. Trefft ihr die Töne bzw. die von links nach rechts laufenden Balken nicht, wird euch durch farblich abweichende Linien angezeigt, ob ihr die Stimmlage zu tief oder zu hoch angesetzt habt. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade (leicht, mittel, schwer) regeln dabei die Genauigkeit, mit der die Tonhöhe beurteilt wird. Übung (und Talent) machen dabei letztlich den Meister, denn neben dem Spaß in der Gemeinschaft geht es vor allem um den Highscore, den es stets zu überbieten gilt.

Werde „The Voice of Germany“
Im Gegensatz zu den meisten anderen Karaoke-Titeln für Wii bietet The Voice of Germany unter dem Menüeintrag „The Show“ einen kleinen, aber durchaus netten „Storymodus“. Sobald ihr hier euren Namen (oder Künstlernamen) eingibt, erlebt ihr in eurer virtuellen Musikkarriere alle Stationen der TV-Show. Angefangen mit der so genannten Blind Audition, bei der mindestens einer der vier Coaches nur durch euren Gesang überzeugt werden muss, geht es im Erfolgsfall weiter mit den umkämpften Battles, bei denen jeweils nur ein Sänger gewinnen kann. Danach folgen diverse Liveshows bis hin zum finalen Show-Abschluss, wo ihr zu The Voice of Germany gekrönt werden könnt. Vor und während allen Stationen werden diverse Videos aus der Sendung eingespielt und auch die entsprechende Musik aus der TV-Show hat es ins Spiel geschafft. Eben ganz so wie das TV-Vorbild - eine insgesamt durchaus gelungene Idee, die für einige Stunden beschäftigen kann. Schade ist hingegen, dass es die originalen Juroren rund um Pop-Ikone Nena und Xavier Naidoo nicht ins Spiel geschafft haben – stattdessen bekommt ihr das Feedback der nicht zu sehenden Coaches nur jeweils in Textform angezeigt.

Etwas nervig kann es auf Dauer jedoch sein, dass man viele der Lieder vor den Battles und Live-Shows häufig erst einmal üben muss. Dies ist zwar an und für sich ganz sinnvoll, dennoch ist es definitiv nicht optimal, wenn man zwanghaft einige Songs mehrfach hintereinander singen muss. Auch das Ertönen der Buzzer (die (unsichtbaren) Coaches buzzern wenn ihr sie mit eurem Gesang überzeugt habt) bei den Blind Auditions wurde etwas unglücklich eingebunden, da nach jedem Buzzer die Titelmusik der Show kurz eingespielt wird. Das Blöde: Ihr müsst weitersingen und dürft euch im Idealfall von der recht laut eingespielten Musik nicht ablenken lassen, was in der Praxis aber nicht immer funktioniert. Dies hätte man sicherlich auch dezenter lösen können.

Habt ihr hingegen keine Lust all diese Etappen auf euch zu nehmen, könnt ihr im Solo-Modus auch einfach nacheinander verschiedene Songs mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden performen. Für Experten gibt es sogar einen Modus, in dem keinerlei Tonhöhen und Texte angezeigt werden. Zusätzlich kann generell auch bei jedem Song jeweils vor dem Start eingestellt werden, ob ihr den Gesang des Musikkünstlers noch hören wollt oder ihr lieber nur den instrumentalen Part einschaltet und dadurch in ganz klassischer Karaoke-Manier eurem eigenen Gegröle, pardon Stimmchen, lauschen wollt.



Neben dem Solo-Modus für einen Spieler legt das Spiel seinen Fokus aber ganz klar auf den Party-Modus. In diesem kann man mit zwei Spielern gemeinsam miteinander oder gegeneinander, mit oder ohne Punkten, singen. Auch das Spielen in größeren Gruppen ist grundsätzlich möglich, indem ihr in den speziellen Team-Modi einfach die Mikrofone weiterreicht. An und für sich werden jedoch nur zwei Mikrofone gleichzeitig unterstützt, was gerade deswegen etwas schade und verwunderlich ist, weil man in den bereits eingangs erwähnten We Sing-Ablegern mit bis zu vier Mikrofonen gleichzeitig agieren konnte. Doch zur Not kann man ja immer noch mit jeweils zwei Spielern in ein Mikrofon brüllen.

Gelungene Songliste und die „Kara-Engine“

So gut die gegebenen Rahmenbedingungen auch sein mögen, ein Karaoke-Spiel steht und fällt mit zwei wesentlichen Punkten: Der Songliste und der Spracherkennung. Die gute Nachricht: The Voice of Germany weiß in beiden Kategorien durchaus zu gefallen. Mit einer gut dosierten Mischung aus insgesamt 30 aktuellen sowie zeitlos-populären Klassikern deutscher und internationaler Top-Künstler, die allesamt voll lizensiert sind und sogar mit den originalen Musikvideos daherkommen, bietet The Voice of Germany eine gelungene Basis für viele spaßige Partystunden – sofern man auf eher poplastige Musik steht. Dennoch sind die 30 Songs mit der Zeit natürlich irgendwann ausgelutscht, sodass es sehr schade ist, dass optional keine weiteren Sogs per Download nachgeladen werden können. Hier nun aber alle 30 Songs im Überblick:

Lady Gaga - Born this way
David Guetta feat. Usher - Without You
Hurts - Wonderful Life
Nickelback - When we stand together
Gossip - Love Long Distance
Juli - Dieses Leben
Bruno Mars – Grenade
Lana Del Rey - Video Games
Unheilig - So wie du warst
Ivy Quainoo - Do You Like What You See
Tim Bendzko - Nur noch kurz die Welt retten
Frida Gold - Wovon sollen wir träumen?
Lena – Satellite
Nicki Minaj – Starships
Luxuslärm - Atemlos
Aura Dione – Geronimo
Milow – You & Me
Jan Delay – Oh Johnny
Christina Perri – Jar Of Hearts
Empire of the Sun – We Are The People
Stefanie Heinzmann – Diggin’ In The Dirt
Taio Cruz – Troublemaker
Wheatus – Teenage Dirtbag
Kelly Clarkson – Stronger
Katie Melua – Nine Million Bicycles
Sportfreunde Stiller – Ein Kompliment
Nena – 99 Luftballons
Kraftklub – Songs für Liam
Christina Stürmer – Ich lebe
Cascada – Summer Of Love

In punkto Spracherkennung haben die Entwickler bereits im Vorfeld eine verbesserte Ton-Übertragung versprochen. Durch die so genannte Kara-Engine sollte ein Austricksen durch Summen verhindert werden und das tatsächliches Singen erzwungen werden. Und im Grunde muss man dem Ganzen ein echtes Lob aussprechen. Zwar kann man sich als Sänger ab und an immer noch mit Summen über eine kurze Passage retten, doch für einen Erfolg im Spiel reicht dies glücklicherweise nicht mehr aus. Dementsprechend schafft es The Voice of Germany also nicht nur in dieser Kategorie der Konkurrenz einen kleinen Schritt voraus zu sein.

Fazit:
Mit the Voice of Germany bekommen all diejenigen, die ihre Spieleabende gerne mit Musik- und Karaoke-Titel verbringen, zum Abschluss der Wii-Ära noch einmal wirklich guten Nachschub. Zwar bleibt so gut wie alles beim Alten, doch zumindest der Storymodus, bei dem ihr alle Etappen der TV-Show durchleben könnt, sorgt trotz seiner kleinen Macken für eine gelungene Abwechslung. Darüber hinaus weiß sowohl die Songliste als auch die Modivielfalt zu gefallen, während die Spracherkennung von allen bisher erschienenen Karaoke-Titeln für Wii am besten funktioniert. Insofern ist auch die Tatsache, dass diesmal nur zwei Mikrofone gleichzeitig betrieben werden können, zu verschmerzen. Wer jedoch bislang nichts mit Titeln dieser Art anfangen könnte, der wir auch mit The Voice of Germany nicht mehr bekehrt.

Von Kamil Witecy
Wertung für das Spiel The Voice of Germany
Wertungen Beschreibung
7.0Grafik
Zweckmäßige, aber übersichtliche Menüs. Gute Bildqualität bei den Videos.
8.0Sound
Ordentliche Tonqualität, sehr gute Spracherkennung und eine gute Songliste, die aber sehr poplastig daherkommt. Alle Songs inklusive der Videos sind voll lizensiert.
7.5Steuerung
Relativ unspektakulär - recht gute Navigation durch die Menüs via Pointer, für andere Zwecke wird die Wii-Remote nicht mehr genutzt.
7.9Gameplay
Die wichtigsten Spielmodi inklusive verschiedener Schwierigkeitsgrade sind enthalten, zusätzlich gibt es einen netten Storymodus der Abwechslung bringt. Dafür kann nur zu zweit gleichzeitig gesungen werden und es gibt es keinerlei Online-Features, sodass keine zusätzlichen Musikstücke geladen werden können.
7.9Gesamt
(Kein Durchschnitt der Einzelwertungen)



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